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Peking Hauptbahnhof von außen
Zugfahren in China

Schnellzüge, Bahnhöfe und Reisepass als Ticket

China mit dem Zug ist bequem, schnell und praktisch. Beim ersten Mal wirkt das System aber anders als in Europa.

Meine erste Zugbuchung in China

Beim ersten Versuch in Peking wollten wir ein Zugticket am Schalter kaufen, einen Tag vor Abfahrt. Das klappte wegen Sprachproblemen nicht wirklich. Die offizielle chinesische Bahnplattform 12306 gibt es zwar, aber sie ist für viele deutschsprachige Reisende nicht der einfachste Einstieg. Deshalb landeten wir bei Trip.com.

Dort konnten wir die Zugtickets mit Passnummer buchen. Genau das ist der wichtigste Punkt: In China ist das Zugticket an die Passnummer gebunden. Der Reisepass ist deshalb praktisch das Ticket. Ein ausgedrucktes Papierticket ist für die Fahrt normalerweise nicht nötig.

Innenhalle des Peking Hauptbahnhofs
Peking Hauptbahnhof

Am Bahnhof: Reisepass statt Papierticket

Am Tag der Abfahrt waren wir mehrere Stunden früher am Peking Hauptbahnhof. Zuerst versuchten wir noch, uns am Schalter etwas ausdrucken zu lassen. Irgendwann hatten wir tatsächlich einen Ausdruck in der Hand. Rückblickend war das aber gar nicht der entscheidende Punkt.

Entscheidend ist der Reisepass. Bei der Kontrolle wird die Buchung über die Passnummer gefunden. Chinesische Reisende können mit ihrer chinesischen ID oft direkt durch die automatischen Gates gehen. Mit deutschem oder Schweizer Reisepass funktioniert das nicht immer an den automatischen Scannern. Dann muss man zum bemannten Durchgang, wo das Personal den Pass prüft.

Das wirkt beim ersten Mal verwirrend. Es ist aber logisch, wenn man das Prinzip verstanden hat: Das Ticket steckt nicht im Papierausdruck, sondern in der Buchung mit der Passnummer.

Nicht zu früh ans Gleis

Der zweite verwirrende Punkt war der Zugang zum Gleis. Wir wollten wissen, von welchem Gleis der Zug fährt, und einfach hinuntergehen. Das ging nicht. Die Kontrolle ließ uns zuerst nicht durch, obwohl der Zug bald fahren sollte.

Der Grund: In China werden Fahrgäste häufig erst dann zum Bahnsteig gelassen, wenn der Zug wirklich bereitsteht oder das Boarding geöffnet ist. Die Züge sind eng getaktet, die Abläufe sind sehr organisiert. Man wartet also nicht wie in Europa lange am Bahnsteig herum, sondern in der Wartehalle und geht erst später durch die Kontrolle.

Mein Tipp: nicht in Panik geraten, wenn der Zugang zwanzig Minuten vor Abfahrt noch nicht funktioniert. Auf die Anzeigen achten, beim Personal fragen und mit ausländischem Reisepass den bemannten Durchgang nutzen.

Bahnhöfe wirken eher wie Flughäfen

Viele chinesische Bahnhöfe sind groß, klar organisiert und mit Sicherheitskontrollen, Wartebereichen, Anzeigen und Gate Logik aufgebaut. Man steigt nicht einfach spontan am Gleis ein, sondern folgt einem geregelten Ablauf.

Das gilt nicht nur in Peking. Auch der Bahnhof von Dalian zeigt diese moderne Infrastruktur: große Hallen, viel Platz, lange Anzeigenreihen und klare Zugänge zu den Gates.

Große Halle im Bahnhof Dalian
Bahnhof Dalian

Beispielstrecke: Peking Süd nach Shanghai

Die Strecke von Peking Süd nach Shanghai ist ein gutes Beispiel dafür, warum Zugfahren in China so stark ist. Die Hochgeschwindigkeitsstrecke Peking Shanghai ist rund 1.318 Kilometer lang. G Züge fahren auf dieser Verbindung meist mit 300 bis 350 km/h und brauchen je nach Verbindung ungefähr viereinhalb bis sechs Stunden. Die schnellsten Verbindungen werden mit etwa vier Stunden achtzehn Minuten angegeben.

Das ist für diese Entfernung extrem praktisch: Start in der Stadt, Ankunft in der Stadt, kein Flughafenwechsel, keine lange Anfahrt zum Airport und trotzdem eine Reisegeschwindigkeit, die sich im Zug sehr ruhig anfühlt.

Transparenz: Der Link zu Trip.com ist ein Partnerlink. Wenn über diesen Link eine Buchung erfolgt, kann der Betreiber eine Provision erhalten. Für Besucher sollte sich der Preis dadurch nicht erhöhen. Die Empfehlung basiert auf eigener Nutzung.

333 km/h fühlen sich erstaunlich ruhig an

Auf chinesischen Schnellfahrstrecken sieht man im Zug oft Geschwindigkeiten weit über 300 km/h. Auf dem Foto zeigt die Anzeige 333 km/h. Das ist keine Show, sondern normaler Schnellzug Alltag auf passenden Strecken.

Je nach Strecke und Zug sind 250 bis 350 km/h im regulären Betrieb realistisch. Aktuelle Fuxing CR400 Züge fahren im Regelbetrieb bis 350 km/h. Mehr ist technisch ein Thema für neue Generationen und Tests, aber für Reisende ist schon der heutige Betrieb beeindruckend schnell.

Geschwindigkeitsanzeige im chinesischen Schnellzug mit 333 km/h
333 km/h im Zug: schnell, aber innen erstaunlich ruhig.

Warum Zugfahren in China so angenehm ist

Chinesische Hochgeschwindigkeitszüge fühlen sich oft sehr geräumig an. Das liegt nicht an einer anderen Spurweite als in Europa, sondern vor allem an den breiteren Wagenkästen. Fuxing Züge der CR400 Serie haben zum Beispiel eine Wagenkastenbreite von rund 3,36 Metern. Dadurch wirkt der Innenraum großzügiger als in vielen europäischen Zügen.

Dazu kommt die Infrastruktur. Viele chinesische Schnellfahrstrecken sind neu gebaut, gerade geführt und für hohe Geschwindigkeiten ausgelegt. Deshalb fährt der Zug lange sehr gleichmäßig. Es gibt weniger ständiges Bremsen, Beschleunigen und Langsamfahrstellen Gefühl, wie man es aus älteren Netzen kennt.

Warum Trip.com praktisch ist

Trip.com verlangt für Zugtickets eine kleine Servicegebühr gegenüber der direkten chinesischen Buchungsseite. Für China Reisen ist das aus meiner Sicht in Ordnung, weil die Menüführung viel einfacher ist, die Buchung mit ausländischem Reisepass klarer wirkt und auch Änderungen oder Stornierungen besser nachvollziehbar sind.

Bei Zugtickets geht es nicht nur um den billigsten Preis. Es geht darum, dass die Buchung zuverlässig zustande kommt, die Passnummer korrekt hinterlegt ist und man am Bahnhof nicht mit einer unklaren Reservierung dasteht.

Praktische Regeln für die erste Zugfahrt

Passnummer exakt eingebenReisepass ist das Ticket

Name und Passnummer müssen zur Buchung passen. Am Bahnhof wird genau darüber geprüft.

Früh am Bahnhof seingroße Bahnhöfe, Sicherheitskontrolle

Chinesische Bahnhöfe können riesig sein. Lieber zu früh da sein als hektisch am falschen Eingang stehen.

Bemannten Durchgang nutzenausländischer Reisepass

Automatische Gates sind oft für chinesische ID Karten gemacht. Mit Reisepass geht man besser zum Personal.

Vier Eindrücke vom Zugfahren in China

Hier sind alle vier Fotos aus eigener Reiseerfahrung noch einmal klar sichtbar: Peking Hauptbahnhof von außen, die Bahnhofshalle in Peking, die große Halle im Bahnhof Dalian und die Geschwindigkeitsanzeige mit 333 km/h im Zug.